20.04.2017- Das erste große Dreieck

Nach dem ich zu Anfang der Saison viel in unserem neuen Vereins-Arcus hinten saß um Einweisungsflüge zu machen, konnte ich bereits 2 Wochen zuvor damit schon über 500km fliegen. Doch jetzt kündigte sich der erste richtig gute Tag an, sodass ich mit dem Ventus ein angemeldetes Dreieck fliegen wollte. Nach dem der Wetterbericht gezeigt hatte, dass es wohl am besten sein wird nach Süden zu fliegen, schrieb ich ein Dreieck Stüde-Sauerland-Thüringer Wald auf. Mit knapp 670km das größte Dreieck was ich bis jetzt geflogen bin. Anfangs ging es einigermaßen gut los und Stüde war im Handumdrehen erreicht. Doch schon kurz vor Hildesheim wurde es blau und ich hatte Schwierigkeiten von dort wieder weiter zu kommen. Als ich das geschafft hatte, ging es dann im blauen mäßig weiter und nur selten war auch mal ein kleines Wölcken zu sehen. Am Horizont entdeckte ich dann mehr Wolken die Hoffnung machten die Strecke vielleicht doch zu schaffen. Nur im Blauen hätte ich dem keine Chance gegeben. Als ich endlich an den Wolken ankam, musste ich feststellen,  dass diese nur auf einem schmalen Streifen senkrecht zu meinem Kurs standen und es ins Sauerland rein kaum besser aussah als schon zuvor im Weserbergland.

Sauerland

Doch mit der Möglichkeit den Turbo ziehen zu können flog ich dann dennoch weiter um es einfach zu probieren. Ich wendete in Attendorn bei leicht mit Cirren zugezogenen, ansonst blauem Himmel. Da ich in der Blauthermik nicht so gut vorrangekommen war, hatte ich auch zeitlich einen deutlichen Rückstand in meiner Zeitplanung und so war ich nicht sehr zuversichtlich die Strecke zu schaffen.

Optik des Fluges

Doch auf Kurs gab es jetzt mehr Wolkenfetzen, die allerdings nicht besonders gut zogen und auch unzuverlässig waren. Erst als ich aus dem Sauerland rausglitt kam ein kurzer Abschnitt mit besseren Steigwerten, sodass auch mal 2,5m/s auf dem Integrator standen. Kurz vor dem Thüringerwald holte ich dann auch Rolf ein, der mit seiner ASW-20 das gleiche Dreieck wie ich, nur ohne den anfänglichen Abstecher nach Norden fliegen wollte. Auf dem Thüringer Wald waren dann auch mal richtige Wolken zu sehen, die dann auch ganz gut nutzbar waren.

Thüringer Wald

Nach der Wende in Suhl war klar, dass es auf dem Weg nach Norden keine Wolken mehr geben würde. Ich glitt bei Eisenach unter die letzten Fetzen, die nichts brachten und so befürchtete ich schon gleich 150km im Motorflug fliegen zu müssen. Doch auch im blauen fand ich schwaches Steigen mit dem ich mich langsam in Richtung Harz vorarbeiten konnte. Doch es war schon sehr spät und ich hoffte so meine Motorlaufzeit möglichst klein zu halten. Ich nahm alles Steigen mit und Rolf war inzwischen hinter mir schon außengelandet. Als ich endlich den Südrand des Harzes erreichte, konnte ich mit meiner verbleibenden Höhe nur einen Grat ausprobieren bevor ich den Motor gezogen hätte. Doch ich hatte Glück und es gab für ein paar Kreise nochmal schwaches Steigen. Ich sah leeseitig von mir nach Osten noch einen Fetzen und da dort auch Äcker in Reichweite waren, probierte ich es mit meiner letzten Möglichkeit über den Harz zu kommen. Mit schwachem und unstetigen Steigen dauerte es lange bis ich ganz oben war. Doch mit nun fast 2000m konnte ich zumindest den Harz überfliegen. Es war inzwischen auch schon fast 19 Uhr und die fast tote Luft beim Gleitflug über den Harz machte auch keine Hoffnung mehr. Doch mein Nettovario zeigte längere Zeit sehr schwaches Luftmassensteigen an, was meinen Flug deutlich streckte.

Vorbeiflug am Brocken

Mittlerweile fehlte mir dann doch nicht mehr so viel für den Endanflug, doch eigentlich wäre der Nordrand vom Harz die letzte Chance auf Thermik gewesen. Über Bad Harzburg gab es kurz nochmal 0,3m/s die aber auch gleich wieder weg waren. Ich wollte nun nur noch meine restliche Höhe abgleiten um dann den Motor zu ziehen. Doch ich steuerte unter der nun auch noch aufgezogenen Abschirmung ein paar kleine Seen an mit der Hoffnung da noch etwas Umkehrthermik zu finden und tatsächlich hatte ich dort nochmal schwaches Steigen. Ich konnte darin noch ein paar Meter gewinnen und mein Endanflugrechner zeigte 200m Ankunftshöhe an. Mit bestem gleiten flog ich nun Richtung Braunschweig, was wenn man Clubklase gewohnt ist ein sehr flacher Winkel ist. Doch ich konnte meine Gleitzahl über der erforderlichen halten. Es ging dann tief über die Stadt Braunschweig und ich konnte so dann doch noch mein Dreieck beenden.

Anflug über die Stadt

Ich landete gegen 19:40 Uhr, was über eineinhalb Stunden nach den meisten anderen Flügen aus Niedersachsen war. Am Boden wurde ich schon freudig empfangen, da meine Vereinskollegen bei Skylines meinen spannenden Rückweg mitverfolgt hatten. Nach diesem anstrengenden Flug war ich dann auch glücklich wieder in Braunschweig gelandet zu sein.

Gliding Highlights 2016

Ein Rückblick auf das vergangene Jahr: Ich konnte über 300 Flugstunden sammeln und bin dabei drei mal Strecken über 700km geflogen. Auch in der DMSt konnte ich drei angemeldete Flüge um 600km herum abschließen. Damit bin ich Deutschlandweit auf Platz 6 (Platz 5 Junioren) gelandet. In der Deutschen Rangliste konnte ich mich auf Platz 59 vorarbeiten und in der ersten Bundesliga schaffte es mein Verein zum Deutschen Vizemeister. Zusammen mit den beiden Südfrankreichurlauben, war dies ein sehr erfolgreiches Jahr nach meiner Zeit als Sportsoldat.

Nächstes Jahr steht jetzt die Deutsche Meisterschaft in der 18m Klasse an, zu der ich mich im Mai beim Wettbewerb in Bayreuth qualifiziert hatte. Eine Juniorenquali werde ich leider nicht fliegen können, da alle Termine im Prüfungszeitraum meiner Uni stattfinden.

Danke an alle die mich unterstützen. Ohne euch wäre ich nicht so weit gekommen.

Hangflug im November

Nachdem schon ein Ausflug nach Rinteln mit dem Ventus ins Wasser gefallen war, sah es dannn doch nochmal ganz gut aus und ich flog zusammen mit Dennis aus Wilsche den Vereins Arcus M. Am Abend zuvor haben wir schon alles vorbereitet um pünktlich zu Sonnenaufgang starten zu können. Mit Transponder und 60km/h Gegenwind ging es Mühsam von Wilsche zum Süntel. Bei Hildesheim konnten wir dabei schon eine schwache Welle nutzen um unseren Gleitflug zu strecken. Dennoch mussten wir dann noch einmal den Motor anmachen. Vom Süntel ging es flott das Wesergebirge im Hangflug nach Westen. Wir konnten dabei sogar bis weit hinter den Knick bei Lübbecke fliegen,  was ich soweit nur einmal zuvor machen konnte. Der Arcus maschiert da mit der Masse und den Wölbklappen auch extrem gut vorwärts. Es ging jetzt schell und tief zum Süntel und wieder zurück. Zwar verloren wir viel Zeit in der Welle an der Schaumburg, aber wir trauten uns nicht bei der großen Südkomponente an den Ith zu springen. Nachdem wir auf dem 6. Schenkel waren probierten wir es doch und in einem spannenden Gleitflug klappte es dann doch. Wir konnten sogar bis zum Hils den Hang komplett ausfliegen und versuchten  dann in die Welle einzusteigen. Bei der mittlerweile sehr hohen Labilität klappte dies aber leider nicht, sodass wir auf dem Rückweg nach Wilsche wieder den Motor brauchten. Es hat dennoch eine Menge Spaß gemacht mit dem Gerät den Hang zu schrubben.

Nachtrag JS1

Bereits im August hatten wir in Braunschweig über ein Wochenende die Möglichkeit die JS1 Probe zu fliegen. Am Samstag konnte ich dabei 3 Platzrunden machen und war direkt beim ersten Flug mit 18m Spannweite von der Thermikfühligkeit begeistert. Dazu kam noch, dass sich das Flugzeug nach 10 Minuten so anfühlt als wenn man damit schon immer fliegen würde. Es war aufjedenfall nochmal eine Ecke besser als im Ventus 2cxT. In der sehr schwachen Thermik konnte ich so dennoch über 45 Minuten fliegen. Zum Abschluss wurde dann auch das Jet Triebwerk getestet, was sich sehr einfach bedienen lässt. Jedoch braucht es auch seine Zeit um hochzufahren, macht aber dafür auch kaum Widerstand. Woran ich mich besonders gewöhnen musste war dabei die Geschwindigkeit. Vom Ventus war ich es gewohnt mit etwa 95km/h zu steigen. Jetzt musste man um das Optimum zu erreichen etwa 140km/h fliegen. Die Höhe zu halten war mit 100km/h möglich, aber auch mit 220 km/h. Und das ist schon ein sehr cooles Gefühl.

18m im Landeanflug
18m im Landeanflug

Später konnte ich dann noch mit 21m Fliegen: Man merkt, dass alles etwas träger ist, besonders das Seitenruder würde etwas mehr Wirksamkeit vertragen, aber dennoch macht es einfach nur Spaß.

Schönes Cockpit
Schönes Cockpit

Am Sonntag konnte ich dann den Abend ausnutzen und über 2 Stunden mit 21m fliegen. Bei anfänglich schwierigen Bedingungen am Platz flog ich mit Jet nach Norden um dort unter schönen Wolken hochzusteigen. Es ging bis 2500m und eine leichte Aufreihung führte mich von Gifhorn bis Salzwedel ohne das ich dabei Kreisen musste. Dort hörten die Wolken auf und es ging wieder genau so gut zurück. Noch einmal kurbelte ich bis an die Basis und glitt in die Abschirmung nach Braunschweig zurück. Ich war dabei ohne Wasserballast unterwegs und damit war das Flugzeug schon sehr beeindruckend.

21m
21m
18m
18m

Am Montag flog ich dann nochmal unter labilen Bedingungen mit 18m um den Vergleich zum Ventus nochmal zu bestätigen. Neben dem Thermikfliegen fühlt sich das dynamische Fliegen nochmal deutlich besser an.

Puimoission im Herbst

Von Mitte bis Ende September war ich nochmal mit dem Duo Discus in Südfrankreich. Fast jeden Tag konnten wir fliegen und auch noch größere Strecken bis 600km waren kein Problem. Besonders schön war ein Wellenflug, bei dem man besondere Wolkenformationen bewundern konnte. Nur an einem schwachen Blauthermiktag war das Zurückkommen nicht ganz einfach. An der Assetalkante waren wir unter Flugplatznievau und mussten uns langsam zum Platz kämpfen. Neben den 10 Flugtagen, konnten wir auch noch in der Gauche der Verdon wandern und auch die Serres hochlaufen.

Über den Ecrins
Über den Ecrins

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